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Die Tradition

Shakyamuni Buddha lebte vor über 2500 Jahren in Indien. Seit der Zeit des Buddha haben sich viele Traditionen des Buddhismus entwickelt. Es war das Ziel all dieser Traditionen, die Essenz der Lehre des Buddha in einer Art und Weise zu vermitteln, die der jeweiligen Zeit und Kultur entsprach.

Die Meditationstradition der Stillen Reflexion gelangte im 13. Jahrhundert von China nach Japan, wo sie in der von dem Mönch Dogen übermittelten Form unter dem Namen Soto-Zen bekannt wurde. Sie ist die älteste der heute noch existierenden Schulen des Zen-Buddhismus und verbreitete sich in den letzten Jahrzehnten auch im Westen. Die wesentlichsten Elemente dieser buddhistischen Tradition sind:

Die Meditation der Stillen Reflexion.

Sie ist eine Übung, die dem Praktizierenden hilft, eine Haltung des Mitgefühls und der selbstlosen Liebe zu kultivieren. Meditation, wenn ernsthaft praktiziert, läutert das Herz von Verwirrung, d.h. unsere starke Ichbezogenheit löst sich auf, wodurch wir uns für das Wesentliche in unserem Dasein öffnen.

Auf diese Weise zu meditieren heißt in der Praxis, still zu sein mit einem offenen, wachen und klaren Geist. Dabei lassen wir Gedanken und Gefühle auf natürliche Weise aufkommen und vergehen, ohne an ihnen festzuhalten, und ohne sie zu unterdrücken.

Das Einhalten der Tugendregeln des Buddha.

Die Übung der Meditation findet ihre unverzichtbare Ergänzung in den buddhistischen Tugendregeln und im achtsamen Leben. Die Tugendregeln sind die Beschreibung erleuchteter Tätigkeit und dienen als Wegweiser. Sie werden uns niemals aufgedrängt, sondern wir halten sie freiwillig ein, weil unser Herz erkennt, daß wir uns selbst und anderen Leiden zufügen, wenn wir ihnen zuwiderhandeln. Die Haupttugendregeln im Soto-Zen wurden vom Großen Meister Dogen in dieser Form übermittelt:

Die Drei Zufluchten

Ich nehme Zuflucht zu Buddha,

der Quelle der Lehre.

Ich nehme Zuflucht zum Dharma,

der Lehre Buddhas.

Ich nehme Zuflucht zur Sangha,

der Gemeinschaft derer, die die Lehre in den Alltag umsetzen.


Die Drei Reinen Tugendregeln

1. Höre auf, Übles zu tun.

Dies ist die unentbehrliche Grundlage der Übung. Die Wahrheit erstrahlt von selbst, wenn wir uns all dessen enthalten, was Verwirrung und Leid schafft.

2. Tu nur Gutes.

Wenn wir aufhören, Übles zu tun, wird es das Bestreben unseres Herzens, das Gute zu tun.

3. Tu Gutes für andere.

Gutes zu tun beinhaltet, unser Leben und unsere Handlungen auf konkrete Weise dem Wohl aller Lebewesen zu widmen.

Die zehn Tugendregeln

1. Ich werde nicht töten.

2. Ich werde nicht stehlen.

3. Ich werde nicht begehren.

4. Ich werde nichts Unwahres sagen.

5. Ich werde den Wein der Verblendung nicht verkaufen (sei dies Alkohol, Drogen oder den emotionalen Reiz trügerischen Denkens.)

6. Ich werde nicht auf abschätzige Weise über andere sprechen.

7. Ich werde nicht stolz auf mich sein und andere herabsetzen.

8. Ich werde nicht kleinlich sein beim Geben von Dharma oder von Reichtum.

9. Ich werde keinen Ärger hegen.

10. Ich werde die Drei Kostbarkeiten Buddha, Dharma und Sangha nicht entwürdigen.

Das Wissen um die Tugendregeln entsteht aus der Weisheit des Herzens. Die Essenz von Weisheit ist Mitgefühl.

Alles Leben ist eins mit der Buddha-Natur.

Die Buddha-Natur ist unsere wahre Natur und die Wirklichkeit alles Daseins. Nichts ist davon ausgeschlossen. Lebewesen und sämtliche Komponenten des Daseins haben kein unveränderliches, eigenständiges Selbst. Sie können aus sich selbst heraus nicht existieren, sondern nur in Abhängigkeit von allem, was ist, und sind eins in der Buddha-Natur. Aus Unwissenheit über unsere wahre, reine Natur sind wir in Anhaftung, Abneigung und Täuschung gefangen. Dies führt zu unheilsamen Handlungen, die Leid erzeugen. Durch ernsthafte Hingabe zur Dharma-Übung läutern sich unser Herz und unser Bewusstsein, und es erschließt sich uns die Wahrheit.

Das Erwecken von Mitgefühl.

Das heißt, daß das Wohlergehen unserer Mitmenschen und aller Wesen uns wahrhaftig am Herzen liegt, und wir nicht nur in Ichbezogenheit gefangen und mit uns selbst befasst sind. Mitgefühl sollte seinen Ausdruck in selbstlosem Tun zum Wohl aller Lebewesen finden. Der Wunsch, allen Wesen so gut wir können beizustehen, erwacht auf natürliche Weise in uns, wenn wir angerührt sind von dem unendlichen Erbarmen, das allem Dasein zugrunde liegt.

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